Das Förderprogramm WIR

Wegweisende Integrationsansätze Realisieren
Wir Neu
Der Integrationskompass - Alles rund um das Thema Integration in Hessen

In einer von Zuwanderung beeinflussten Stadtgesellschaft ist eine Kultur der Offenheit für Menschen anderer Herkunftsländer notwendig.
Die Stadt Hanau nimmt seit 2014 am hessischen Landesprogramm WIR (Wegweisende Integrationsansätze realisieren) teil. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration fördert personelle Ressourcen zur Koordination von Projekten zur interkulturellen Öffnung von Verwaltung, Verbänden und Vereinen. Im Rahmen des Förderprogramms sollen außerdem Konzepte für eine Willkommens- und Anerkennungskultur entwickelt werden.
Zusätzlich wird seit 2017 die Stelle eines WIR-Fallmanagers für Geflüchtete gefördert. Er weist in die soziale Infrastruktur ein und baut zur Unterstützung der Geflüchteten ein Lotsen- beziehungsweise Patennetzwerk auf.
 
Integrationsprojekte der Stadt Hanau
Fahrradkurs-sprungbrett-9-2019
Es ist niemals zu spät, etwas Neues zu lernen – zum Beispiel Fahrrad fahren. In Kooperation mit dem Verein Sprungbrett und der Stabsstelle Nachhaltige Strategien organisierte das Amt für Senioren, Ehrenamt und Vielfalt einen Fahrrad-Lernkurs für Migrantinnen. Die Frauen, die ihre Wurzeln in Marokko, Afghanistan, der Türkei und dem Iran haben, holten an zwei Wochenenden auf dem Pausenhof der Tümpelgartenschule nach, wozu sie in ihrer Kindheit weder Zeit noch Gelegenheit hatten. Das Angebot soll fortgeführt werden.
Puppenmuseum
Ein gelungenes Beispiel für die interkulturelle Öffnung der Hanauer Museen war eine Führung für Migrantinnen im Hessischen Puppen- und Spielzeugmuseum. Sie wurden von einer türkischsprachigen Sprachmittlerin begleitet. Sie unterstützte die Museumsführerin, die mit den Frauen auf Entdeckungstour durch die verschiedenen Epochen ging. Bestreben der Stadt Hanau ist, ihre Museen noch stärker zu Orten für alle Generationen und Kulturen zu entwickeln.
 
Integrationslotsen sind ehrenamtliche Multiplikatoren und Begleiter, die nach einer erfolgten Basisqualifizierung Migranten und Geflüchtete dabei unterstützen, Hemmschwellen und bürokratische Hürden abzubauen.
IkÖ Feuerwehr

Interkulturelle Öffnung der Feuerwehr

In den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Hanau haben nur fünf Prozent der Mitglieder einen Migrationshintergrund. Ziel ist es, in der Kinder- und Jugendfeuerwehr und in den Einsatzabteilungen ein breiteres Spektrum an Kulturen zu repräsentieren. Die Feuerwehr will deshalb neue Wege gehen, um mehr Migranten für das verantwortungsvolle Ehrenamt zu gewinnen. Vor dem Hintergrund, dass in Hanau Menschen aus mehr als 130 Nationen leben, wurde in einem Projekt mit den Auszubildenden der Stadt Hanau und Mitgliedern der Jugendfeuerwehren ein Werbefilm gedreht. Imagefilm der Hanauer Jugendfeuerwehr
IkÖ Schulleitungsassistentinnen Verkleinert
Interkulturelle Öffnung beschreibt einen Prozess der Organisations- und Personalentwicklung, der gleichberechtigte Zugangschancen aller Mitglieder der Gesellschaft unabhängig von Ihrer Herkunft oder kulturellen Prägung z. B. zum Arbeitsmarkt, zu sozialen Diensten oder Bildungs- und Kulturangeboten, gewährleisten soll.
Ein wichtiger Baustein dafür ist die Interkulturelle Kompetenz der Mitarbeitende. Hierzu werden seit Jahren Schulungen angeboten, die dafür sensibilisieren, in Situationen, in denen Menschen mit kulturell unterschiedlichem Hintergrund zusammenkommen, angemessen und effektiv miteinander umzugehen. Dies bedeutet, dass die damit verbundenen Haltungen und Einstellungen sowie die besonderen Handlungs- und Reflexionsfähigkeiten auf der Basis der Anerkennung von Vielfalt als Normalität und Ressource gelebt werden.
Vielfalt
Interkulturelle Woche
Kinder- Und Jugendbüro

Sprechstunde im Kinder- und Jugendbüro

Das von der Stadt Hanau ins Leben gerufenen "Integrationsbüro für Kinder und Jugendliche" erleichtert Kindern mit Migrationshintergrund den Zugang zu Vereinen und deren Angeboten. In regelmäßigen Sprechstunden mittwochs von 13 bis 15 Uhr in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge auf Sportsfield Housing und montags von 16 bis 18 Uhr im Kulturforum können sich Migranten und Flüchtlinge über die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung beraten lassen. Ob Hausaufgabenhilfe, ein Instrument lernen oder einer Sportart nachgehen – in den Sprechstunden werden die passenden Anlaufstellen aufgezeigt und der Kontakt hergestellt. Mehr als 100 Kinder konnten bislang vermitteln werden.
Die Lernwerkstatt ist ein Projekt der Volkshochschule Hanau und der Stadtbibliothek – im ersten Stock des Kulturforums und bietet einen niedrigschwelligen Zugang zum Lernen.

Zumeist ehrenamtliche Lernbegleiter beraten zweimal pro Woche – mittwochs von 10.30 -13.30 Uhr und samstags von 14 bis 17 Uhr - Menschen, die etwas lernen wollen, aber nicht so richtig wissen, wie sie es angehen sollen. Sie geben Hinweise auf vorhandene Materialien, Bücher, Lernsoftware und Kursangebote oder schicken die Ratsuchenden weiter zur Bildungsberatung.

Die Lernwerkstatt versteht sich als ein Treffpunkt des Lernens, des Wissensaustauschs und der Kommunikation. Sie möchte die Hilfe zum Selbstlernen fördern und Handlungskompetenzen stärken. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf den Themen ‚Deutsch lernen, Alphabetisierung und Grundbildung‘ und richte sich speziell an Menschen mit Migrationshintergrund, steht aber grundsätzlich für alle interessierten Menschen offen. Interessierte können dort alleine oder in kleinen Gruppen lernen und sich Lerninhalte mit Hilfe von verschiedenen Lernmaterialen selbst aneignen. Dabei werden sie von geschulten Lernbegleitern unterstützt.

 
Fachtag Plenum Von Hinten Mit W-t

1. Fachtag "Wege zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund"

In einer Stadt wie Hanau, in der fast 50 Prozent der Bevölkerung ausländische Wurzeln haben, bringen Menschen ganz unterschiedliche Lebenswelten, kulturelle Hintergründe und familiäre Erfahrungen mit Behinderung mit.
Ziel des 1. Fachtag „Wege zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrunds“ im November 2019 war es deshalb, Wünsche und  Bedarfe von Migrantinnen und Migranten zu erheben. Darüber hinaus wurden Informationen über Unterstützungsangebote in Hanau und Umgebung vermittelt. Veranstalter war das Amt für Senioren, Ehrenamt und Vielfalt in Kooperation mit dem Ausländerbeirat. An dem fachlichen Austausch nahmen rund 90  Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung, freien Trägern, Migrantenselbstorganisationen, Inklusions-Initiativen und von Behinderung Betroffenen teil. Die Stadt wird die Ergebnisse auswerten und  gemeinsam mit Akteuren und Betroffenen nach Lösungen suchen, um die Teilhabe-Chancen aller in Hanau weiter zu verbessern.
Ein wesentliches Ziel von „WIR“ besteht darin, die Offenheit für eine vielfältiger werdende Gesellschaft zu stärken. Damit eine solche Offenheit im Miteinander der Menschen lebendig wird und kein Raum für Diskriminierung bleibt, muss sie mit konkreten Inhalten gefüllt werden: Möglichkeiten für die Begegnung von Menschen zu schaffen, Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen, das sind maßgebliche Erfolgsfaktoren. Dazu sollen in den Kommunen - gemeinsam mit den Akteuren vor Ort - abgestimmte Konzepte entwickelt werden, die sich auf Wohngebiete, Orts- und Stadtteile beziehen.

Als Projektträger können sich Kirchen, Migrantenorganisationen oder andere freie Träger bewerben. Die Förderrichtlinien finden Sie unter Integrationskompass.hessen

Für weitere Fragen oder Unterstützung bei der Antragstellung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Sportprojekt
Die von der hessischen Landesregierung geförderten Sportcoaches Gabriele Ewald und Wolfgang Schaffert bringen in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Sport und dem Team der Gemeinschaftsunterkunft Sportsfield Geflüchtete unkompliziert in Kontakte mit Sportvereinen. Sie erfragen zunächst die Sportinteressen der Geflüchteten, gehen dann auf Vereinsvorstände, Trainerinnen und Trainer zu und loten aus, welche Interessen und Möglichkeiten dort bestehen. Kommt es zu einer Zusammenarbeit, begleiten die Coaches Flüchtlinge zu den Sportangeboten.
Gute Deutschkenntnisse sind ein wichtiger Schritt für eine gelingende Integration. Ziel ist es, dass insbesondere neu Zugewanderte möglichst frühzeitig mit dem Spracherwerb beginnen und gleichzeitig Unterstützung bei der Alltagsorientierung erhalten.

Fördermaßnahmen können von kommunalen, kirchlichen und gemeinnützigen Trägern beantragt werden. Die Förderrichtlinien finden Sie unter Sprachförderung MitSprache - Deutsch4U

Für weitere Fragen oder Unterstützung bei der Antragstellung stehen wir gerne zur Verfügung.